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Interview mit Mag. Dr. Dominik Heib, BSc

Gut. Gesund. Schlafen.

Erholsamer Schlaf bildet die Grundlage für unser psychisches und physisches Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Einige Faktoren, die zu einem qualitativ guten Schlaf beitragen, können wir selbst beeinflussen. Im Interview erklärt Schlafforscher Mag. Dr. Dominik Heib, BSc, wie man durch diese Faktoren die Qualität des Schlafs nachhaltig verbessern kann, um den Körper in seiner Erholungsphase zu unterstützen.

Allgemeines

Warum ist guter und erholsamer Schlaf wichtig?

D. Heib
Guter Schlaf ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Durch ausreichend guten Schlaf kann sich unser Körper nachts regenerieren und sich von den Anstrengungen des Tages erholen. Im Schlaf laden wir unsere inneren Batterien wieder auf, die Zellen im Körper erneuern sich und wir tanken Kraft für den nächsten Tag. Zudem fühlen wir uns auch tagsüber fitter, sind weniger gestresst und haben mehr Ausdauer.

Schlafqualität

Welche Maßnahmen kann man in Bezug auf die Schlafqualität setzen?

D. Heib
Eine gute Schlafqualität zeichnet sich durch einen ungestörten Wechsel von Tiefschlafphasen (Non-REM-Schlaf) und REM-Schlafphasen aus, die in ausreichender Menge durchlaufen werden. Es gibt einige Faktoren, die man in seinen Alltag integrieren kann. Diese Dinge helfen dabei die Voraussetzungen für erholsamen und qualitativ hochwertigen Schlaf zu schaffen.

Sowohl die Schlafdauer als auch ein regelmäßiger Schlafrhythmus haben großen Einfluss auf die Schlafqualität. Die ideale Schlafdauer variiert je nach Alter und individuellen Bedürfnissen. Allgemein benötigen Erwachsene in etwa 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht, um optimal zu funktionieren. Ein konsistenter Schlaf-Wach-Rhythmus, bei dem man jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett geht und aufsteht, unterstützt den natürlichen Biorhythmus und fördert besseren Schlaf.

Schlafumgebung

Wie kann die Umgebung zu gutem Schlaf beitragen?

D. Heib
Auch in der äußeren Umgebung gibt es Dinge, die wir beeinflussen können, um erholsamen Schlaf zu unterstützen. Beispielsweise helfen dunkle Räume bei der Melatoninproduktion – ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Zusätzlich trägt eine ruhige Umgebung zu tiefem Schlaf bei, indem sie Störungen von außen minimiert. Auch die Temperatur im Raum beeinflusst unseren Schlaf. Ideal für eine erholsame Nachtruhe ist eine kühlere, frische Raumtemperatur. Zuletzt spielt auch der Komfort eine wichtige Rolle im Hinblick auf eine gute Schlafumgebung. Eine bequeme Matratze und ein angenehmes Kissen, die den Körper gut stützen, fördern ruhigen und guten Schlaf. Eine wärmeregulierende Bettdecke rundet das Ganze ab.

Lebensstil

Unterstützt ein bestimmter Lebensstil guten Schlaf?

D. Heib
Definitiv ja. Auch hier gibt es einige Faktoren, die zu beachten sind. Einerseits hat die Ernährung großen Einfluss auf unseren Schlaf. Schweres Essen und Koffein kurz vor dem Schlafengehen können den Schlaf erheblich stören. Eine leichte Mahlzeit und der Verzicht auf Koffein am Abend sind daher empfehlenswert.

Andererseits spielt auch die Bewegung eine bedeutende Rolle. Regelmäßige körperliche Aktivität fördert guten Schlaf. Zu intensive Bewegung kurz vor der Nachtruhe sollte jedoch vermieden werden. Ein weiterer Faktor ist die Entspannung. Techniken wie Meditation, Atemübungen oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen können helfen, Körper und Geist auf den Schlaf vorzubereiten.

Schlafgewohnheiten

Gibt es Schlafgewohnheiten, die guten Schlaf fördern?

D. Heib
Ja, beispielsweise der Verzicht auf elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets und Computer mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen. Denn das blaue Licht dieser Geräte hemmt die Melatoninproduktion. Außerdem unterstützen feste Einschlafrituale – wie das Lesen eines Buches oder das Hören von beruhigender Musik – den Körper, indem sie ihm signalisieren, dass es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen. Als letzten Punkt möchte ich erwähnen, dass das Management von gesundheitlichen Problemen, die den Schlaf beeinträchtigen könnten, ebenfalls entscheidend für guten Schlaf ist. Beispiele sind Schlafapnoe, Depressionen oder chronische Schmerzen.

Fazit

Was möchten Sie unseren Leser:innen noch mitgeben?

D. Heib
Guter Schlaf kommt nicht von irgendwo, sondern liegt in der eigenen Hand. Es gibt sehr viele Dinge, die man selbst tun kann, um eine erholsame Nachtruhe zu fördern. Daher gilt: Wenn man all die oben genannten Faktoren berücksichtigt, schafft man gute Voraussetzungen für gesunden und guten Schlaf.

Im Interview

Mag. Dr. Dominik Heib, BSc.

schlafTEQ arbeitet auf Basis der Forschung des Institut Proschlaf in Salzburg. Mag. Dr. Dominik Heib ist Schlafforscher und der Leiter der Forschung und Entwicklung am Institut Proschlaf. Hier erforscht er physiologisch optimales Liegen und dessen Auswirkungen auf die Schlafqualität. Darüber hinaus entwickelt er neue Methoden der Schlafforschung, unter anderem arbeitet er an einer kontaktlosen Schlafmessung. Diese Methode nutzt modernste Techniken des maschinellen Lernens, um eine Genauigkeit zu erreichen, die der eines Schlaflabors nahekommt.


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