Kissenschlacht. Was macht ein gutes Kopfkissen aus?

14.05.2019

Die Frage nach dem richtigen Kopfkissen ist nicht immer leicht, denn viele orthopädische Kopfkissen kosten 200€ oder mehr. Nun stellt sich die Frage, ob sich solch eine Investition lohnt?

Die wesentlichen Funktionen des Kopfkissens sind schnell erklärt:

  • Sanfte Lagerung des Kopfes im Schlaf
  • Unterstützung und wirbelsäulengerechte korrekte Lagerung der Halswirbelsäule
Das herkömmliche Kopfkissen:

Wenn es so etwas wie ein herkömmliches Kopfkissen gäbe (gibt es nicht, da hier keine eindeutigen Normgrößen vorhanden sind), dann erfüllt es zwar Punkt 1, nämlich die sanfte Lagerung des Kopfes, aber lässt Punkt 2 völlig unbeachtet. Es handelt sich dabei, grob gesprochen, um einen Sack mit einer Füllung, welche ein weiches „Endgefühl“ beim Liegen ermöglicht. Je nach Füllung werden andere Effekte versprochen. Die Halswirbelsäule wird dabei der Schwerkraft überlassen und drückt das Kissen soweit zusammen, wie die anatomische Möglichkeit zulässt. Durch die Kraft nach unten, ist eine gerade Lagerung der Wirbelsäule unmöglich, es kommt zu einer gekrümmten Schlafstellung und in weiterer Folge zu Schmerzen und Verspannungen.

Das orthopädische Kopfkissen:

Das orthopädische Kopfkissen besteht aus einem Stück Werkstoff. Manchmal ist es Latex, manchmal Kaltschaum, manchmal ein viskoelastischer Stoff und es gibt noch viele andere Arten von „Kissenkernen“. Die sonderbare Form von „orthopädischen“ Kopfkissen ist eine Notwendigkeit um Punkt 2, das Unterstützen der Halswirbelsäule und deren Lagerung, zu ermöglichen. Bei der Nutzung in Seitenlage ist die dickere Basis des Kissens wie ein Keil zwischen Matratze und Hals. Je nach Höhe trägt das Kopfkissen somit zur Lagerung der Halswirbelsäule bei und unterstützt die gerade, wirbelsäulengerechte Lagerung der Wirbelsäule.

Das „orthopädische“ Kopfkissen ist somit einem herkömmlichen Kopfkissen überlegen, weil es neben der sanften Lagerung des Kopfes, ebenfalls auf die Stützung der Halswirbelsäule Rücksicht nimmt.

ABER... Es gibt immer ein ABER! Das Kopfkissen kann genauso wie der Lattenrost und die Matratze nicht isoliert betrachtet werden. Er muss sich in das Gefüge Matratze/Lattenrost einordnen und im Idealfall auf den Schläfer abgestimmt sein. Je nach Einsenkung der Schulter in die Schulterzone der Matratze, muss die Höhe des Kissens gewählt werden, ansonsten kommt es auch beim „besten und teuersten“ Kopfkissen zu Verspannungen und Schmerzzuständen. Die Abstimmung des Kopfkissens auf die Matratze und den „Schläfer“, ist unbedingt erforderlich um eine Entlastung der Knochen/Bandscheiben und Nerven zu ermöglichen. Ebenso ist eine Kontrolle der Lagerung der Halswirbelsäule zu empfehlen.

FAZIT: „Orthopädische“ Kopfkissen sind eine gute Sache. Sie berücksichtigen die wesentlichen Funktionen die man von einem Kopfkissen erwarten kann. Die Abstimmung auf die eigene Matratze ist allerdings zu beachten!

Kategorie Einblicke

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